Spurlos verschwunden – Kapitel 1

Wie alles begann…

Sabine ist eine attraktive Frau in ihren besten Jahren – vielleicht so Mitte 40. Sie lebt allein, ihre Kinder haben das Nest verlassen und mit ihnen auch ihr Mann. Seither wohnt Sabine in einer 2-Raum-Wohnung in einer hübschen kleinen Wohnsiedlung in einer nicht weniger hübschen Stadt. Ob Sabine Haustiere hat, vielleicht eine Katze oder einen Wellensittich, wissen wir noch nicht. Aber wir können sehen, dass sie jeden Tag in der Woche, d. h. von Montag bis Freitag, gegen um 7 Uhr in der Früh ihre Wohnung verlässt und sich auf den Weg zur Arbeit begibt. Was sie arbeitet, wissen wir auch noch nicht. Aber jemand mit geregelten Arbeitszeiten verdingt meist im Büro seine Brötchen.

Sabine ist, wie eingangs erwähnt, eine attraktive Frau und der eine oder andere Beobachter in der Nachbarschaft wird sich fragen, warum sie wohl keinen Mann an ihrer Seite aufweisen kann. Liegt es womöglich an ihrem Charakter? Frauen in diesem Alter sind ja sehr selbstbewusst und lassen schon gar nicht jeden Typen über ihre Türschwelle treten. Nein, ich kann Ihnen versichern, dass Sabine keineswegs eine komplizierte Frau ist. Sie hat nur eben keine Lust auf einen Mann. Natürlich hat es Vorteile, einen solchen an seiner Seite zu wissen. Da braucht man sich keine Termine für eine Unterhaltung mit anderen auszumachen oder allein zu essen oder gar handwerkliche Verrichtungen in der Wohnung vorzunehmen. Es ist ja schließlich ein Mann im Haus. Aber freilich hat es auch seine kleinen verzwickten Nachteile: der Streit um das abendliche Fernsehprogramm beispielsweise. Oder was wollen wir am Wochenende zum Mittag essen und wohin nachher spazieren gehen? Diese Fragen stellt sich unsere Sabine nicht mehr, seit sie allein lebt. Sabine ist deswegen auch nicht einsam, das darf man nicht glauben.

Ferner wissen wir auch nicht, ob sie einem Hobby, einer sportlichen Leidenschaft oder etwas ähnlichem nachgeht. Was wir wissen, wurde bereits erwähnt.

In einer solchen kleinen idyllischen Siedlung wohnen nun mehr oder weniger gut situierte Menschen – Familien mit großen und möglichst teuren Autos, die nur wenige Kilometer entfernt zur Arbeit fahren und zuvor eiligst ihren Nachwuchs in den Kindergarten oder die Schule bringen, um sie nachmittags dort wieder abzuholen. Kinder können nur schwer allein gehen, sie brauchen Betreuung und das rund um die Uhr, damit ihnen ja nichts passiert. Und schon gar nicht in einer kleinen idyllischen Wohnsiedlung mit ihren immer zu jeder Jahreszeit äußerst gepflegten Vorgärten.

Die Menschen hier sind sich – nun ja, mehr oder weniger – wohl gesonnen. Am liebsten mag man den Nachbarn, wenn er ein kleineres Auto fährt, den Urlaub aus meist finanziellen Gründen eher am Baggersee verbringt und auch sonst nicht mit seinem Hab und Gut angibt. Das sind überhaupt die besten – so lässt es sich als Nachbarn gut auskommen und da tönt frühmorgens auch schon mal ein fröhliches „Hallo“ über die fein säuberlich zurechtgestutzte Hecke.

Aber kommen wir zurück zu unserer Sabine.

Ihr Alleinsein wurde, wie wir wissen, längst von den Nachbarn erkannt und zuweilen mit Kopfschütteln registriert. Nun ist Sabine eine stets flott gekleidete Frau, die auch vor Farben in der Kleidung oder auf ihrem hübschen Gesicht nicht zurückschreckt. Sabine holt alles aus sich heraus, was geht. Und als i-Tüpfelchen verlässt sie ihre Wohnung keinesfalls ohne Absatzschuhe, bei deren Anblick wahrscheinlich jeder Orthopäde in Ohnmacht fallen würde. Oder vielleicht auch nicht?! Ist das nicht die Kundschaft von morgen?! Deformitäten an Füßen und Beinen und sie wieder zu richten und in ihre ursprüngliche Position zu bringen, ist schließlich sein täglich Brot. Das alles tut aber dem Schicksein keinen Abbruch. Wir leben heute, koste es, was es wolle.

Eines schönen Nachmittags im Sommer bekommt Sabine Besuch. Ihre beste Freundin Amanda hat sich angekündigt. Und bevor es Fragen gibt: Amanda klingt zwar recht exotisch, aber sie ist beinahe das ganze Gegenteil von ihrer Freundin Sabine. Amanda ist eher pragmatisch gekleidet, was durchaus bei einem Haus voller Kinder Sinn macht. Mit Stöckelschuhen über den Spielplatz zu laufen, wäre doch reichlich übertrieben. Außerdem würde man sich optisch klar von den anderen Müttern abgrenzen und sich wahrscheinlich auch ausgrenzen. Und das kann man als junge Mutter nicht verkraften. Schließlich ist man auf die Kameradschaft gewissermaßen in einer Schicksalsgemeinschaft aufeinander angewiesen. So kommt Amanda also in lässigen Jeans und einem etwas zu groß geratenen Pullover, etwas abgehetzt, aber immerhin pünktlich bei ihrer Freundin an.

Ach, Moment. Wer passt auf die Kinder auf? Praktischerweise hat Amanda einen Mann, der zudem der Vater ihres Nachwuchses ist. Das vereinfacht natürlich ihre Situation erheblich und sie kann sich ein bisschen Zeit nehmen für ihre Freundin. Amanda ist, wie ihre Freundin Sabine, sehr gönnerhaft. Sie mag Sabines schickes und selbstbewusstes Auftreten und manchmal möchte sie gern so unabhängig wie ihre Freundin sein. Aber wenn sie dann ihre Kinder in den Armen hält, ihnen Geschichten vorliest oder etwas vorsingt, weiß sie, dass das genau ihr Ding ist. Mama und Ehefrau sein aus tiefstem Herzen.

Als die beiden Freundinnen ein Stück spazieren gehen, beginnt Sabine zu erzählen, dass sie seit einiger Zeit ein junger Mann beobachtet.
„Wie beobachtet? Wie meinst du das?“, fragt Amanda und ihre Stimme klingt etwas besorgt.
„Naja, er guckt immer so… keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Komisch eben. So, wie man es nicht mag.“, antwortet Sabine und in ihrem Ton bemerkt Amanda, dass sie zwar darüber reden möchte, aber irgendwie auch nicht.
Amanda grinst ein wenig und sagt augenzwinkernd: „Vielleicht hast du ja einen glühenden Verehrer?“
„Ach du lieber Gott. DER???“ entgegnet Sabine mit erschrockenem Augenaufschlag.
Nach einer kurzen Zeit des Schweigens fragt Amanda: „Wie sieht er denn aus? Hast du ihn schon mal gegrüßt?“
„Neeeein!! Hörst du mir zu? Der Typ ist seltsam…“ antwortet Sabine etwas angewidert und klopft ihrer Freundin mit der Hand leicht gegen den Oberarm.
Amandas Reaktion kam prompt: „Auaaaa“… beide Mädels kicherten spontan und damit beließen sie es…
Die Frage nach dem Aussehen des Verehrers blieb Sabine ihrer Freundin schuldig. ‚Seltsam‘ erklärt nämlich noch lange kein Aussehen.

Seit nunmehr einigen Tagen, genau genommen seit ihrem Besuch bei Sabine, hat Amanda nichts mehr von ihr gehört. Das ist auch nicht weiter tragisch, denn Amanda hat mit ihrer Familie alle Hände voll zu tun und wenn die beiden Freundinnen etwas auf dem Herzen haben, kontaktieren sie sich. Das war seit jeher so.

Amanda fällt jedoch inmitten ihrer Hausarbeit die kleine Unterhaltung mit Sabine ein. „Ich rufe sie mal an“, sagte sie laut vor sich hin und greift zum Telefonhörer. Es klingelt… es klingelt lange, aber keine Sabine am anderen Ende. „Hm…, dann probiere ich es später“, und setzt ihre Hausarbeit fort.

Gegen Abend, Amanda hat ihre gute Freundin natürlich nicht vergessen, probiert sie es erneut. Aber wieder klingelt sich das Telefon fast zu Tode. Auch mit dem Handy war nichts zu erreichen. Keine Sabine weit und breit.
Mit einem mulmigen Gefühl und in Sorge um ihre Freundin setzt sich Amanda auf ihre Couch. Als ihr Mann zur Tür hereinkommt, sieht er sie fragend an: „Was ist passiert?“, fragt er sie schließlich und Amanda schüttelt ihren Kopf. Ganz so, als möchte sie schlimme Gedanken aus ihrem Kopf haben. Aber nun wissen wir ja alle, wie das ist mit den schlimmen Gedanken. Die lassen sich nicht eben mal so wegschütteln. Die sind hartnäckig. Im Gegenteil: wenn man versucht zu vergessen, wird es umso schlimmer.

Amanda erzählt schließlich ihrem Mann von der Unterhaltung und dass sie sich nun sorgt um ihre Freundin.
„Ach was…“, winkt er ab, „du kennst doch Sabine. Sie wird irgendwo ihren Spaß haben und vielleicht auch Sex… das täte ihr im Übrigen ganz gut…“ – und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Nun, den bitterbösen Blick, der ihn hätte töten können, brauchen wir an dieser Stelle nicht groß zu erwähnen. Amanda ist sprachlos – und das will was heißen. Genau genommen bleibt ihr der Mund offen stehen…
„Egal, was du sagst, ich fahre jetzt zu ihr!!“, sagt Amanda fest entschlossen ihrem Mann, nachdem sie ihre Stimme wiederfand. Sie greift zu ihrer Handtasche und braust hinaus.
„Was wird mit dem Abendbrot? Soll ich das alles alleine essen?“ ruft er seiner Frau immer lauter werdend hinterher, aber da fällt schon die Tür ins Schloss. Amanda hört gar nicht mehr hin, ihre Gedanken sind bei Sabine.

‚Was mache ich denn, wenn sie nicht an die Tür geht? Polizei rufen? Wäre das übertrieben? Was werden die überhaupt sagen? Eine Frau Mitte 40? Sie ist alt genug, sie wird schon wieder auftauchen‘…
Aber kann Amanda das auf sich beruhen lassen? Eigentlich haben die beiden Mädels sich ja nichts ausgemacht, bei dem die stets zuverlässige Sabine nicht zugegen gewesen wäre. Vielleicht ist sie ja bei einer anderen Freundin, ihren Kindern oder Eltern. Wäre ja möglich. Amanda zweifelt plötzlich an ihrer spontanen Aktion und überlegt, wieder nach Hause zu fahren. ‚Ich gucke eindeutig zu viele Krimis‘ und schüttelt abermals ihren Kopf. Wenn, ja wenn nur die Gedanken, die ewig bohrenden, nicht wären.

Amanda steht mit ihrem kleinen Auto vor Sabines Hauseingang und dreht den Zündschlüssel zurück, woraufhin der Motor ausgeht. Dafür schlägt ihr das Herz bis zum Hals. Und die Fragen, die sie sich auf dem Weg zu Sabine im Auto stellte, kommen ebenfalls wieder hoch. Sie versucht erneut, ihre Freundin über das Handy zu erreichen und schaut durch die Windschutzscheibe über alle infrage kommenden Fenster. Nichts. So gaaaar nichts deutet auf Sabines Anwesenheit hin.
‚Jetzt bin ich einmal da, jetzt gehe ich hoch‘. Amanda steigt aus ihrem Auto aus und blickt sich um. Vielleicht liegt hier wirklich eine Straftat vor und der Verbrecher sieht mich…?!, das waren ihre Gedanken und augenblicklich muss sie an ihre Kinder und ihren Mann denken. Was ist, wenn mit ihr jetzt auch noch etwas passiert?
Aber Feigheit kann man Amanda keinesfalls vorwerfen, denn sie geht, zugegeben etwas vorsichtig, aber dennoch auf Sabines Haustür zu.

Klingeling… klingeling… nichts passiert.
‚Mist‘, sagt sie zu sich und schaut zu Sabines Fenster rauf. Bislang wusste sie nicht, in welcher Etage Sabine wohnt und so fiel ihr auch ein, dass sie, seit Sabine vor vielen Monaten hierher zog, noch gar nicht in ihrer Wohnung war. Sabine hatte alles zurückgelassen und sich hier neu eingerichtet. „Alles neu, ich möchte nichts aus meiner Vergangenheit mitnehmen“, sagte sie damals zu Amanda. Irgendwie konnte sie es auch verstehen, aber wie macht man das – nichts mitnehmen aus der Vergangenheit?! Das wäre nichts für Amanda, aber ihre Lebenssituation ist ja auch ein bisschen anders.
‚Wenn das die Wohnung ist, von der ich denke, dass die es ist, brennt zumindest kein Licht‘, murmelt Amanda vor sich hin und weiß natürlich, dass das nichts zu sagen hat, aber es ist eine Feststellung. ‚Vielleicht ist es ja auch eine andere Wohnung und die Klingeln sind nur komisch und unlogisch angebracht?!‘

Die junge Frau bleibt natürlich nicht lange unentdeckt. In solch einer Wohnsiedlung bleibt nie etwas lange unentdeckt. Das hat bekanntermaßen seine Vor- und Nachteile.

Da öffnet sich im Hochparterre ein Fenster und heraus guckt eine freundliche ältere Dame. „Kann ich Ihnen helfen, Fräuleinchen?“, fragt sie Amanda. Die wiederum schwankt kurz zwischen Entrüstung oder Schmunzeln ob der Bezeichnung ‚Fräuleinchen‘. Schließlich siegt das Schmunzeln und so antwortet sie der älteren Dame am Fenster: „Ja, wissen Sie, ich versuche seit Tagen meine Freundin zu erreichen, aber sie geht weder ans Telefon noch an die Tür.“
‚Seit Tagen‘ ist freilich geschwindelt, aber manchmal muss man etwas dramatisieren, um eine gewisse Dringlichkeit zu untermalen.
Die freundliche Dame am Fenster mustert Amanda und zieht fragend eine Augenbraue nach oben: „Sie wollen zu der jungen Frau in der 3. Etage?“
„Ich weiß nicht, in welcher Etage sie wohnt. Swoboda heißt sie mit Nachnamen“. Als sie das sagt, bemerkt sie, wie sich der Blick der gerade noch so freundlichen Frau etwas verfinstert. Sie braucht auch nichts zu sagen. Amanda weiß, dass sie als Freundin hätte durchaus wissen können, in welcher Etage ihre Freundin wohnt.

Plötzlich beginnt es zu regnen und als würden Steine vom Himmel fallen, duckt sich Amanda. In diesem Moment schließt sich das Fenster der alten Frau. Nun ist Amanda ratlos und schüttelt mit dem Kopf. Sie sucht Schutz unter dem Vordach des Wohnhauses, als sich hinter ihr die Haustür öffnet. Amanda dreht sich um und die ältere Frau öffnet ihr die Haustür.
Amanda ist sichtlich erleichtert, bedankt sich lächelnd, betritt das Treppenhaus und steigt in die 3. Etage.

Schon wieder Herzklopfen. Oder immer noch? Jedenfalls steht sie vor Sabines Wohnungstür. ‚Was ist, wenn sie gerade Herrenbesuch hat und ich mache mir Gedanken wie eine Mutter um ihre Kinder?‘ Abermals Zweifel, aber wie von Geisterhand gelenkt klingelt Amanda. Nichts. Natürlich nichts. Unten war ja schon nichts, warum dann hier oben?
Verzweifelt guckt sich Amanda um und dann auf ihre Uhr. ‚Hm, um 9… kann man da noch bei den Nachbarn klingeln?‘, fragt sie sich und hat sogleich eine Antwort parat: natürlich, man muss sogar, schließlich ist Gefahr in Verzug. Gesagt, getan – sie klingelt an der Nachbarstür.

„Wer ist denn draußen?“, fragt eine zittrige, betagte Frauenstimme. Amanda tritt näher an die Tür, mit dem Ohr an eben dieser.
Mit einer etwas lauteren Stimme – ganz so, als sei die offenbar ältere Dame hinter der Tür im Hören eingeschränkt -, antwortet sie: „Hallo, ich wollte zu meiner Freundin. Ich mache mir Sorgen. Seit Tagen ist sie nicht erreichbar.“ Daraufhin vernimmt Amanda das Herumdrehen des Wohnungsschlüssels und die Dame öffnet die Tür. Zuerst kommt ihr ein kleiner neugieriger Hund entgegen, der natürlich sein Frauchen beschützt und Amanda zunächst gründlich inspiziert.
Freundlich lächelnd begrüßt sie die recht betagte Dame auf ihren wackligen Beinen und Amanda wiederholt ihre Sorge um ihre Freundin, woraufhin sie hineingebeten wird.
„Junge Frau, ich habe von der Sabine auch seit vielleicht zwei Tagen nichts gehört. Eigentlich geht sie ja immer pünktlich zur Arbeit und nachmittags kommt sie nach Hause. Das muss sie auch. Schließlich hat sie eine Katze. Und die hat Hunger.“ Seltsam. Eine Katze? Davon hatte sie nie etwas erwähnt. Und auch jetzt war kein Miauen zu hören, als sie geklingelt hat. In diesem Moment wird Amanda klar, dass sie längst nicht alles von ihrer Freundin weiß.
Mit einem Seufzer auf den Lippen fragt Amanda etwas ratlos: „Tja, was machen wir denn jetzt?“.
Schulterzuckend antwortet die alte Dame: „Vielleicht sollten wir wirklich bei der Polizei anrufen?! Mehr können wir bestimmt nicht machen“. Die alte Dame hält Amanda den Telefonhörer hin und wählt die 110…

Als sich ein Polizeibeamter am anderen Ende meldet, trägt Amanda ihr Anliegen vor und beteuert zudem, dass auf Sabine stets Verlass ist und außerdem hat sie eine Katze. Die muss doch gefüttert werden. Vielleicht liegt sie ja in der Wohnung und hat sich etwas getan?
Der Polizeibeamte versucht, Amanda zu beruhigen und fragt, ob sie es schon bei den Eltern oder anderen Freunden versucht hätte? „Nein, von denen habe ich auch keine Rufnummer!“ Amanda war nun sichtlich gereizt und hatte den Eindruck, der junge Mann würde sie nicht ernst nehmen.
Schließlich lenkt der Beamte ein und sagt: „Ich schicke Ihnen eine Kollegin vorbei. Kann aber dauern!“
Amanda bedankt sich bei dem Polizisten und auch der alten Dame. Ihr Hündchen hat es sich inzwischen auf seinem Platz bequem gemacht.
Die alte Dame bietet Amanda an, auf die Polizei doch in ihrer Wohnung zu warten und so bleiben die beiden in der Küche, denn deren Fenster ging zur Straße raus. Da kann man gut sehen, wenn ein Polizeiauto vorfährt. An ihrem Daumennagel knaupelnd läuft Amanda in der Küche auf und ab und blickt hin und wieder zur Straße. „Wo bleiben die denn nur?“ fragt sie ungeduldig.

Über all das vergisst Amanda ganz und gar ihre eigene Familie. Es ist schon nach halb 10. Als sie wieder an ihre Familie denkt, ruft sie ihren Mann an und erläuterte den Zwischenstand. Natürlich fragt ein Mann – ein Ehemann im Besonderen – auch, ob seine Frau überhaupt heute noch nach Hause kommt. Das allerdings kann Amanda zu diesem Zeitpunkt nicht sagen…

>>> weiter….

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